Die erste Herausforderung bestand darin, die Haltung der Radrennfahrer auf dem Rad zu verbessern. Vanstraelen tüftelte dafür ein Messsystem aus, das die Körpergröße, die Schulterbreite und die Länge der Füße, der Beine und der Arme berücksichtigt. Dieses Bike Fitting System erwies sich als ein regelrechter Hit und wurde ein fester Begriff in der Radsportwelt.
Den Komfort des Fahrrads zu verbessern ist für Bio-Racer nur ein Aspekt. Der Betrieb sucht nämlich weiterhin konstant nach Lösungen für andere Komfortprobleme, mit denen Radrennfahrer zu kämpfen haben. Aus dieser Perspektive begann Bio-Racer mit der Produktion von Radsportkleidung, die vollständig auf die Wünsche und Bedürfnisse von Radrennfahrern abgestimmt ist. Innovationen auf diesem Gebiet sind unter anderem die Anwendung von Lycra, die Erfindung des ersten nahtlosen Sämischleders und die Entwicklung neuer Stoffe.
Die Innovationen von Bio-Racer werden in der Radsportszene auf Händen getragen. Der Firma ist es deshalb gelungen, die Marktführerposition für Radfahrerkleidung in den Benelux-Ländern zu erobern. Aber auch weit darüber hinaus hat das Unternehmen großen Erfolg. Auf Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Olympischen Spielen fahren verschiedene Nationalteams in der Ausrüstung von Bio-Racer. Das amerikanische Team ist ihre letzte Akquisition.
Traditionell wird die Kleidung mit dem Siebdruckverfahren bedruckt. Seit einigen Jahren verwendet Bio-Racer jedoch auch digitale Drucker. Koen Vekemans, der selbst jahrelang Radrennprofi war und jetzt Vertreter bei Bio-Racer ist, erläutert: „Wir waren auf der Suche nach einem System, mit dem wir kleinere Auflagen drucken können. Beim Siebdruck muss man eine Mindestbestellung von 50 Stück haben, um kosteneffizient arbeiten zu können, bei der digitalen Methode spielt das keine Rolle. Wir haben jetzt zwei Sublimationsdrucker von Roland und sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Etwa 40 % unserer Aufträge werden übrigens digital bedruckt. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Anteil in Zukunft noch zunehmen wird. Große Vorteile sind die Möglichkeit, kleinere Mengen zu produzieren, die Farbauswahl in einer Produktion, die Beschränkung von Raum und Kosten und die quasi unbegrenzten Entwurfsmöglichkeiten. Dass der digitale Weg der langsame Weg sei, können wir widerlegen. Wir haben einmal einen Versuch durchgeführt: die Zeit, die man benötigt, um 200 Stück digital in sechs Farben zu bedrucken, ist kürzer als die Zeit, um alles in einem halb automatischen Siebdruckverfahren zu erledigen."
Bio-Racer ist das einzige Unternehmen in ganz Westeuropa, dass die vollständige Produktion von Radsportkleidung unter einem Dach hat. Die Gebäude im belgischen Tessenderlo beherbergen alles von Entwurf, Drucken und Sublimation bis zu Konfektion, Verpacken und Versand der Kleidung. Um die zunehmende Nachfrage befriedigen zu können, hat die Firma auch Produktionsabteilungen in Tschechien, Slowakien und Tunesien eröffnet.
Außer Radsportkleidung entwickelt Bio-Racer inzwischen auch Kleidung für Eisschnellläufer, Läufer und Triathleten. Zubehör, atmende Pflaster (ReSkin genannt) und Freizeitkleidung gehören ebenfalls zum Produktangebot. | |